WORKSHOPS
Klettertechnik - Psyche
Diese Seite soll beschreiben, wie man mit der Psyche umgehen kann, so dass sie einem beim klettern nicht im Weg steht.
Allgemein
Jedem von uns dürfte aus eigener Erfahrung bekannt sein, wie oft es vorkommt, dass einem die Psyche eine Strich durch die Rechnung macht und gar nix mehr geht. Die Tagesform spielt eine wichtige Rolle dabei. Es kann jedoch daran gearbeitet werden. Vertrauen ist hierbei das Grundprinzip.
Formen der Angst
Es gibt ganz unterschiedliche Formen der Angst beim Klettern. Dies kann sein
- Angst vorm Fallen,
- Angst, dass die Haken nicht halten,
- Angst vor Verletzungen,
- Angst vor der Höhe,
- Angst vor dem Tod,
- Angst vor den Grenzen der eigenen Fähigkeiten.
Vertrauen
Es ist wichtig Vertrauen ins klettern zu bekommen. Hierbeit gibt es die unterschiedlichsten Aspekte, die im folgenden aufgeführt werden.Vertrauen ins Material
Das fängt damit an, dass man dem eigenem Material vertraut:
- Seil,
- Expressen
- Schlingen, ... .
Vertrauen in den Fels
Aber auch dem Fels muss vertraut werden.
- die Griffe halten die Kraft aus, die ich auf sie ausüben,
- die Keile halten im Fels,
- die Sanduhren halten,
- die Haken halten,
- die Reibungswerte sind gut (die Füsse rutschen nicht weg).
Vertrauen ins eigene Können
Hierzu gehören die folgenden Dinge:
- Keile legen,
- Friends legen,
- Situationen richtig einschätzen (im Alpinen Bereich kommt noch das Wetter als Faktor hinzu).
Vertrauen im Sichernden
Ein ganz wichtiger Aspekt ist das Vertrauen in dem Sicherndem, da man ihm das eigene Leben anvertraut. Ist er nicht bei der Sache, beeinträchtigt dies oftmals die Leistung des Kletternden. Viele Leute quatschen z.B. beim Sichern. Das hat dann unmittelbar Auswirkungen auf den Kletternden.
Überwinden der Angst
Viel Klettern
Wie kann nun aber die Angst abgebaut werden und das Vertrauen aufgebaut werden? Die Lösung hierzu lautet: Viel klettern und sich den Gefahren aussetzen. Das heisst nicht, dass ich klettere und der Sichernde kann quatschen. Dies ist damit nicht gemeint. Aber ich kann zum Beispiel ein Sturztraining absolvieren, in dem ich lerne, wie ich richtig Falle. Hierdurch erfahre ich, dass Fallen nicht schlimm ist. Der Haken hält, das Seil trägt mich, der Sichernde handelt der Situation entsprechend aufmerksam. Durch diese Erfahrungen wächst mein Vertrauen.
Sicherungen legen lernen
Vertrauen ins eigene Sichern mit Klemmkeilen und Friends kann ich dadurch bekommen, indem ich mich richtig schulen lasse. Also erfahrene Kletterer fragen, ob sie mir zeigen können wie man Keile legt und anschliessend meine gelegten Keile kontrollieren. Oder aber einen Kletterkurs beim DAV belegen.
Eine Hilfe kann sein, sich in einen gut gelegten Keil zu setzen. Wichtig ist, dass es wirklich ein gut gelegter Keil ist. Oftmals kommt es vor, dass man einen Keil legt, aber nicht weiss, ob er wirklich halten würde. In solch einen Keil sollte man sich natürlich nicht setzen. Das gleich kann man auf Friends anwenden.
Felsergonomie
Vertrauen in den Fels bekomme ich durch klettern erst einfacher Routen. Wenn ich dann mit den Reibungswerten des Felsens vertraut bin, kann ich schwere Routen klettern. Dies bedingt, dass im heimischen Klettergebiet meist schwerere Routen geklettert werden können.
Kletterpartner und Motivation
Wichtig bei dem überwinden der Angst ist auch, einen Kletterpartner zu haben, der eine realistische Einschätzung meiner Kletterfähigkeiten hat. Dieser kann Vorschläge machen, was man selber klettern könnte. Zum Beispiel den Vorstieg der Route xyz mit legen von Keilen. Dadurch, dass der Kletterpartner das Vertrauen in mich hat, wächst meine eigene Sicherheit und es fällt mir leichter, meine Ängste zu überwinden. Dies gilt nicht nur für den Vorstieg sondern für alle Dinge, die man sich selber nicht zutrauen würde. Beispielsweise der TopRope einer schweren Route, eine Mehrseillängen Tour in den Alpen, eine TechnoRoute, ... .